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Wingsbacher Brandschützer warten schon lange auf einen Neubau 17.04.2012 - WINGSBACH Von Mathias Gubo Durch das Eternitdach regnet es, von der Fassade platzt der Putz, von den Hallentoren blättert die Farbe ab. „Das kann man alles flicken“, sagt Peter Mateja, der Wingsbacher Wehrführer. „Doch irgendwann fehlt die Motivation dazu“, gibt er offen zu. Viel zu lange schon wartet die Freiwillige Feuerwehr Wingsbach auf ein neues Feuerwehrgerätehaus. Im Zuge der Dorferneuerung soll es nun tatsächlich gebaut werden. Eine Maßnahme, die längst überfällig ist, wie ein Abend im Domizil der Wingsbacher Wehr schnell vor Augen führt. Starke Einsatzabteilung Wingsbach hat knapp 750 Einwohner. Rund 200 davon sind Mitglied bei ihrer Feuerwehr, die Einsatzabteilung umfasst 34 Aktive, darunter drei Frauen. Eine für solch einen kleinen Ort geradezu unglaubliche Quote. Kein Wunder also, dass ein Gutachten die Notwendigkeit einer eigenen Feuerwehr in Wingsbach zur Sicherstellung des Brandschutzes unterstreicht. Gleichzeitig wird einmal mehr darauf hingewiesen, wie dringend notwendig ein Neubau ist. Das alte Gerätehaus wurde 1970 gebaut, erinnert sich der frühere Wehrführer Norman Hackl noch ganz genau. Übungsabend bei der Wingsbacher Feuerwehr. Peter Körner und Ingo Lenhardt haben die Übung vorbereitet: technische Hilfe nach einem Verkehrsunfall. Doch schon vor dem Ausrücken der Männer und Frauen zeigt sich das ganze Dilemma der Brandschützer in Wingsbach. Das Gerätehaus ist nicht nur hoffnungslos veraltet, sondern seit langem schon viel zu klein. Die Einsatzkleidung hängt an Kleiderhaken an der rechten Wand. Darüber liegen griffbereit die Helme. Doch es ist furchtbar eng, denn kaum 40 Zentimeter davor steht das Löschfahrzeug. „Wenn zehn Mann hier stehen und sich umziehen wollen, geht gar nichts mehr“, versucht Peter Körner den Alltag vor einem Einsatz zu beschreiben. Auch an der Rückwand hinter dem Löschfahrzeug hängt noch Einsatzkleidung. „Da ist richtig Platz“, stellt Mateja mit einem ironischen Lächeln fest. Denn dort ist auch noch der Anhänger für die technische Unfallhilfe untergebracht, davor der Mannschaftstransporter, in der Ecke ein Holzschrank für Unterlagen, an der Wand dann noch die Werkbank des Gerätewarts für die Schlauchpflege und Reparaturen. Hängt der Abgasschlauch noch an der Auspuffanlage des Löschfahrzeugs, gibt es mangels Platz „noch mehr Stress“, so Körner. Peter Mateja ergänzt: „Bei Alarm ist hier die Hölle los“. Von getrennten Umkleidemöglichkeiten für Männer und Frauen keine Spur. „Man arrangiert sich“, sagt dazu Feuerwehrfrau Katrin Thomas. „Ich kenne es nicht anders“. Drangvolle Enge Dabei haben die Wingsbacher Feuerwehrleute versucht, das Beste aus der Situation zu machen. In einer Fertiggarage hinter dem Gerätehaus sind Feldbetten und Zelte der Jugendfeuerwehr untergebracht, ein Kompressor, der Schlauchwagenanhänger, Ölbindemittel und Streusalz. „Was man für den Dienstbetrieb noch braucht“, so der Wehrführer. Eine Tragkraftspritze ist bei einem Kameraden in eine Scheune ausgelagert, es fehlt ganz einfach der Platz. Etwa zehn Einsätze hat die Wingsbacher Feuerwehr im Jahresverlauf. Dafür wird alle 14 Tage freitags konzentriert und fleißig geübt. Holger Hofstätter stellt an diesem Abend die Mannschaften zusammen, die die beiden Einsatzfahrzeuge besetzen werden. 18 Plätze bieten beide Fahrzeuge maximal. Zur Erinnerung: Die Einsatzabteilung der Wingsbacher Feuerwehr hat 34 Mitglieder. Was bedeutet, dass die Feuerwehrkameraden bei einem großen Einsatz zur Not auch mit ihren Privatautos zum Einsatzort fahren. „Setzen wir uns schon mal rein, dann sind wir aus den Füßen“, gibt Norman Hackl seiner Gruppe das Kommando. Mit jedem Mann mehr wird es im Gerätehaus immer enger. Endlich geht es los, die Fahrzeuge werden gestartet. Und dann mit Vorsicht aus dem Gerätehaus gesteuert. Denn die Ausfahrt ist eng, die Tore öffnen nach vorne, die schmale Dorfstraße bietet wenig Platz für einen Kavalierstart. Einmal mehr zeigt sich, dass das Gerätehaus mit Blick auf die DIN- und Unfallverhütungsvorschriften längst nicht mehr zeitgemäß ist. Große Hoffnungen „Es muss etwas geschehen“, stellt denn auch der neue Taunussteiner Stadtbrandinspektor Martin Zywitza fest. Die derzeitigen Zustände sprächen jeglicher Professionalität Hohn, fügt Peter Mateja hinzu. Er erinnert daran, dass es unter solchen Umständen immer schwerer falle, junge Leute für den Dienst bei der Feuerwehr zu motivieren. Dabei steht die Wingsbacher Wehr auch bei der Jugendarbeit noch sehr gut da. 13 Mitglieder hat die Jugendwehr, vor Jahren waren es nur mehr fünf. Der Beschluss der Taunussteiner Stadtverordnetenversammlung, in Wingsbach ein neues Gerätehaus bauen zu wollen, mache „große Hoffnungen“, sagt der Wehrführer. Ein Neubau in der Straße „In den Faltern“ wäre mit Blick auf die weiteren Pläne in Sachen Dorferneuerung die beste Lösung, steht nicht nur für Peter Mateja fest. Dann bekäme Wingsbach endlich einen echten Dorfplatz „und wir wären immer noch im Ortskern“. Doch nun heißt es erst einmal, für den nächsten Einsatz zu üben. Trotz der Umstände lässt sich die Wingsbacher Feuerwehr nicht entmutigen.
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